Jungwähler schuld an SPÖ-Debakel

Umfrage: Jungwähler schuld an SPÖ-Debakel

Die SPÖ hat 2007 die Einführung des Jugendwahlrechts durchgesetzt – bei der Nationalratswahl im Vorjahr haben ihr die Jungwähler aber ein Debakel beschert: Während die SPÖ mit 29,3 Prozent insgesamt stärkste Partei blieb, lag sie bei den 16- bis 18-Jährigen nur bei zwölf Prozent.

Einen „Rechtsruck“ können die Studienautoren des SORA-Instituts und des Instituts für Strategieanalysen aus ihren heute präsentierten Zahlen aber nicht herauslesen: Zwar lag die FPÖ bei den Jungwählern mit 18 Prozent leicht über dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. Allerdings schnitt das BZÖ deutlich schwächer ab, die Grünen deutlich besser. Bei den Lehrlingen ist die FPÖ aber stärkste Partei.

Veröffentlichung mit Hindernissen
Eigentlich hätte die drei Wochen nach der Wahl durchgeführte Umfrage unter 1.000 Jugendlichen (Schwankungsbreite: plus/minus drei Prozentpunkte), ergänzt um Tiefeninterviews und Gruppendiskussionen, bereits am 23. April veröffentlicht werden sollen.

Damals wu rde die Pressekonferenz ohne Angabe von Gründen abgesagt. Erst nachdem der „Kurier“ gestern einen Teil der Ergebnisse veröffentlicht und von massivem Druck der SPÖ berichtet hatte, die Daten unter der Decke zu halten, gingen die Autoren mit der Studie an die Öffentlichkeit.

Ergebnisse für SPÖ unangenehm
Zwar dementierte SORA-Mitarbeiterin Eva Zeglovits offiziell die Darstellung, es habe politischen Druck gegeben. Sie begründete die Absage der damaligen Pressekonferenz damit, dass das Thema angesichts des Schulstreits über die Lehrverpflichtung Ende April untergegangen wäre.

Die Studie wurde aber mit Ausnahme der BZÖ-geführten Kärntner Landesregierung vor allem von SPÖ-dominierten Institutionen finanziert (Kanzleramt, Unterrichtsministerium, Parlament und Gemeinde Wien). Für die SPÖ sind die Studienergebnisse besonders unangenehm.

Expertin: Ideologische Positionierung fehlt
Die Politikwissenschaftlerin Ulrike Kozeluh, die im Rahmen der Studie Interviews mit Jugend lichen durchführte, macht die fehlende ideologische Positionierung der SPÖ für das schlechte Abschneiden bei den Jugendlichen verantwortlich.

„Die SPÖ ist zu diffus“, sagte Kozeluh und betonte, „dass die Jugendlichen von den Parteien eine Reideologisierung verlangen – geschärfte Inhalte. Sie wollen die Parteien unterscheiden können.“ Die FPÖ könne bei manchen Jugendlichen daher mit knappen, klaren Botschaften punkten.#

Quelle: orf.at

Werbeanzeigen
Dieser Beitrag wurde unter Nicht kategorisiert abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s